Vieles ist bereits belegbar und vieles noch Spekulation. Doch ergibt sich bereits, fügt man beide Teile zusammen ein imposantes Gesamtwerk.


Der Weg der BANKO's

Die Geschichte der Banko's ist belegbar bis 1759 Vgl. Stammbaum. In diesem Jahr ist W. Johann Banko in Geglenfelde in Westpreußen geboren. Später ist er im Zuge der dritten Polnischen Teilung und der Ausweitung des Preußischen Teritoriums bis in den Raum um Plock gewandert. Von dort aus wurde nochmals kurz in Pabianice Zwischenstopp gemacht.
Von dort aus ging die Reise nur wenig später mit seiner Familie weiter nach Bessarabien. Von wo aus sie im Zuge des II. Weltkrieges dann schließlich wieder in Deutschland landeten.

Doch woher kamen sie ursprünglich?

Vieles spricht derzeit dafür, dass die Banko's von den Bank(e) aus Schlesien abstammen. Doch fehlt es noch an Beweisen für diese Theorie.
In Schlesien gab es im späten Mittelalter zwei adelige Geschlechter, die Banck I. aus dem Kreis Brieg und die Banck II. aus dem Kreis Kreuzburg. Die Vermutung liegt nahe, auch oder gerade wegen der geographischen Nähe der beiden Kreise, dass beide Geschlechter aus einem entstammen. Doch dieser Nachweis wird wohl nie mehr möglich sein. In jedem Fall lassen sich die Banck I. auf Michael Banck zurückführen.
Später taucht der Name auch als von Bancke auf.
Michael von Bank, und Johann de Banko (von Bank) legten den Grundstock zum Bau des Breslauer Rathauses. Dies geht aus einer alten Stadtrechnung vom 19. Juni des Jahres 1335 hervor.
Hier taucht erstmals der Name BANKO auf uns zwar in direktem Zusammenhang mit dem Geschlecht der von Bank.

Bankau ist eine Gründung des Ritterordens der Templer und gehörte ursprünglich zum Ohlauer Kreis. Die Ritter ließen das Dorf bald nach 1226 durch einen Vertreter des Breslauer Patriziergeschlechtes der Bank zu deutschem Recht aussetzen. Diese Bank nannten das Dorf nach ihrem Familiennamen Bankowo und gründeten auch eine Kirche. 1314 kam das Dorf nach Aufhebung des Templerordens an die Johanniter, die es 1485 im Austausch an den Brieger Herzog übergaben. So kam es zum Kreise Brieg.
Die Banck II. entspringen dem Stamm des Wiglos de Banchow, ebenfalls aus der Stadt Bankau. Diesmal aber Bankau, Kreuzburg. Vgl. BANCK

Mitte des 14. Jahrhunderts ist die Bevölkerungszahl Schlesiens auf fast eine halbe Million angewachsen. So dass Kolonisten in großer Zahl für Großpolen, das Ordensland Preußen, Oberungarn und vor allem für Kleinpolen und Rotpreußen freigegeben werden konnten.
Sind in dieser Zeit die Vorfahren der Banko und des Otto von Banckow nach Norden gezogen? Haben die Banko und Otto von B. einen gemeinsamen Vorfahren?
Wappen der von BanckEine Rückführung zumindest der Banko's auf die Banck scheint in sofern als sehr wahrscheinlich, als das es in Ungarn noch heute einen Ort gibt, in dem fast ausschließlich Banko's leben. Wenn man nun den Namen Banko als Grundlage nimmt und die Auswanderung des 14. Jahrhunderts berücksichtigt, scheint es hier einen Zusammenhang zu geben.

Im 17. Jahrhundert taucht in Schweden ein Geschlecht der Banckow auf. Von diesem Geschlecht existiert noch ein Wappen des Otto von Banckow. Vgl. BANCKOW

Im späten 18. Jahrhundert, hat sich ein östereichischer Offizier mit dem Namen von Banck in Baden niedergelassen. Im Schwarzwald, Raum Kirchzarten, hat er ein Gut erworben. In dieser Gegend leben noch heute Nachfahren der Banck, die ursprünglich aus Schlesien kommen. Denn das Wappen der Badner von Banck ist das selbe, wie das schlesische.


Der Weg der VILLWOCK's

Die Geschichte der Villwock's ist ebenso spannend und facettenreich, wie der der Banko's. Zurückverfolgen läßt sich die Familie bis 1856 nach Pommern. Dort wurde auf dem Rosenhof, einem reinem Schaafhof, Otto Gustav VILLWOCK geboren. Sein Sohn Paul Heinrich Wilhelm VILLWOCK, der ebenso, wie der Vater Gärtner wurde, zog dann von Pommern nach Aumühle, ins Südliche Schleswig-Holstein. Hier lebt die Familie noch bis zum heutigen Datum.

Der Rosenhof ist zentral im Kreis Rummelsburg gelegen und Geglenfelde liegt im Westen des Kreises Schlochau. Rummelsburg und Schlochau sind direkte Nachbarkreise, so daß die Entfernung der beiden Orte nur ca. 50 Kilomter beträgt. Dies dürfte keine unüberwindliche Distanz dargestellt haben, so daß sich beide Familien evtl. früher schon einmal begegnet sein könnten, oder zumindest, aufgrund der zeitlichen Differenz die selben Orte und Gebäude besucht haben.

Woher kamen die Villwock's?
Auch hier gibt es vielerlei Spekulationen. Die einen sagen, aus Schweden, während andere den Ursprung auf die Hugenotten zurückführen wollen.

In einer Biographie von John Frederick FELLWOCK (*1831 - +1917) ist zu lesen, dass kurz nach dem dreißig Jährigen Krieg drei Brüder sich in Brandenburg niederlassen wollten. Von den drei Fellwock's konnte einer in Brandenburg bleiben, zwei aber sind über die Oder weiter nach Osten gezogen. Der Zweite blieb in der Uckermark in Nahausen, in der Nähe von Königsberg, während der Dritte noch weiter zog um sich schließlisch in Pommern niederzulassen.

Bereits 1537 wird in den Protokolle der Pommerschen Kirchenvisitationen der Name Villewocke erwähnt. Im Registrum des Armenkastens zu Belgard heißt es 50 M. Villewocke, de snider, up sinem huse im statboke. Nur drei Jahre später findet sich ein Eintrag:
28.09.1540 Belgard
sostein M.summen de nagelatene wedewe Vilwocken up erem huse lut des statbokes, eine Mark rente;
voftich mark Michel Vilwocke summen,darvor sin hus vorhaftet inholt des statbokes, drei ort rente;
ein stucke ackers na Pancknin Bonine ehemals gehort, dar itzt van geven Jochim Frese, Marten Patzer und Vilwocke achte ort pacht, gehort ok den armen;
voftich M. vorpandet up des jungen Schonefeldes huse inholt des statbokes, drei ort rente darvor. (disse voftich M.gaf Valentin Thome af und sint Jochim Cröger gedaen up sin wanhus tuschen Michel Vilwocken und Georgen Crögers bolegen anno 1547

Im Jahre 1645 wird der Name Villwock dann in Warnin im Kreis Belgard-Schivelbein erwähnt. 1649 wird er dann Vellwock geschrieben.

Der Name scheint sich abzuleiten von dem Begriff der Wocken.
Wocken sind Holzstäbe, auf die zur weiteren Verarbeitung Wolle oder Flachs gewickelt wird. Von den Wocken kann dann das Rohmaterial zum Spinnen abgespult werden. Der Wortstamm vil/fil ist sehr alt und kommt in fast allen indogermanischen Sprachen vor. Die Bedeutung ist oft gleich, jedoch insgesamt sehr vielschichtig. In diesem Fall könnte es soviel wie viel bedeuten und der Name Villwocken somit einen fleißigen "Spinner" darstellen.

Vielen Dank in diesem Zusammenhang an Hendrik und Odo.

Die schwedischen Wurzeln sind dagegen sehr ungewiß. Im Zuge des dreißigjährigen Krieges, sind die Villwocks offenbar nicht gekommen. Die erste Urkundliche Erwähnung fand ja bereits 1537 statt. Dennoch ist eine schwedische Wurzel nicht komplett auszuschließen, schließlich gab es auch vor dem dreißigjährigen Krieg Schweden in Pommern. Sie kamen im Zuge des Seehandels und haben sich an der Ostseeküste niedergelassen und ihre Kontore eröffnet.

Zu guter Letzt. In Blumenau, Bundesland Santa Catarina, in Süd-Brasilien leben noch heute viele Vellwock, deren Ursprung in Deutschland liegt.