Mandevilla sanderi 'Sundaville Red'

Boden: durchlässig
Standort: Halbschatten, keine pralle Sonne
Herrkunft: Süd- und Mittelamerika
Höhe: 200 cm
Breite:
Wuchsrichtung: Schlingpflanze
Blätter: sommergrün
Blattfarbe: grün
Blüte: April bis Oktober
Blütenfarbe: rot
Pflege:
Feuchtigkeit:
Winterhart: nein
Systematik
Euasteriden I
Klasse:
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Apocynoideae
Tribus: Mesechiteae
Untertribus:
Gattung: Mandevilla
Art: Mandevilla sanderi
Wissenschaftlicher Name: Mandevilla

Die Dipladenia 'Sundaville Red' (R) ist eine Mandevilla sanderi Hybride in besonders aufregendem, leuchtend feurigem, samtigen Rot, die besonders reichblühend und anspruchslos ist. Sie gehört zu den Hundsgiftgewächsen, zu denen auch die Wachsblume zählt. Ursprünglich beheimatet ist die Dipladenia Sundaville in Südamerika.

Doch die bei uns vorkommenden Arten haben meistens mit dieser recht zarten Pflanze wenig gemeinsam. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Art der Überwinterung. Die europäischen Pflanzen benötigen im Winter eine Ruhepause, um im nächsten Jahr wieder blühen zu können. Zudem sollten sie nach der Winterzeit stückchenweise an die neuen, wärmeren Temperaturen gewöhnt werden. Dafür blüht sie aber unermüdlich vom späten Frühling durch den ganzen Sommer bis weit in den Herbst, meist Mai bis Oktober.

Blüten und Blätter

Die großen, glockenförmigen Trichterblüten haben einen Durchmesser von etwa 5 cm, die ovalen Blätter sind glänzend und immergrün.

Toxizität:

Als Verwandte vom Oleander und unserem heimischen Kleinem Immergrün (Vinca minor) gehört sie ebenfalls zu den Hundsgiftgewächsen und ist wie diese bei Verzehr sehr giftig. Zudem kann ihr Milchsaft Hautreizungen verursachen.

Standort, Ansprüche:

Die Pflanzen der Gattung Dipladenia (Sundaville), die man bei uns in den Gärten findet, sind meist Sonderzüchtungen, die auf die Besonderheiten des europäischen Klimas hin verändert wurden. Sie sind sehr viel robuster, als man dies von einer südamerikanischen Pflanze erwarten kann und stellen auch keine ähnlich hohen Ansprüche an die Pflege, die Erde oder das Überwintern. Es ist jedoch wichtig, dass die Pflanze an einem zugfreien Ort ohne grelle Sonneneinstrahlung überwintert wird. ...

Zugluft schadet der Pflanze generell und auch zu grelles Sonnenlicht verträgt die Dipladenia nicht gut.

Licht:
Sonnig, möglichst warmer, regengeschützter und windgeschützter, aber luftiger(!) Platz, ähnlich wie beispielsweise auch für den verwandten Oleander erforderlich. Jedoch im Gegensatz zu diesem keine volle Sonne, d.h. bei Mittagshitze ggf. etwas schattieren. Trotzdem so hell wie möglich, im Schatten lässt die Blüte deutlich nach.

Wasser, Gießen:
Nur mäßig! Zu reichliches Gießen kann zu mehr Triebwachstum und weniger Blüten führen, die Pflanzen nur nicht völlig austrocknen lassen. Immer erst gießen, wenn die oberste Erdschicht wieder abgetrocknet ist, empfindlich gegen Staunässe.

Düngen:
Wie die meisten dauerblühenden Kübelpflanzen ist die Dipladenia 'Sundaville Red' entsprechend hungrig: Daher während der Blüte häufig düngen, am einfachsten etwa alle 1-2 Wochen mit handelsüblichem Flüssigdünger, Menge nach Herstellerangabe. Siehe auch düngen. Ab August nicht mehr düngen (= Beginn wichtige Ruhephase, siehe auch unten Überwinterung).

Erde, pH-Wert:
Normale Blumenerde wie z.B. auch für Balkonpflanzen (Geranien). Das Substrat kann leicht sauer, neutral oder leicht kalkhaltig (alkalisch) sein.

Schneiden:

Beim Schnitt gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Sie blüht wie fast alle Sommerblüher am Neutrieb (Diesjahrestrieb). Der Rückschnitt erfolgt daher wie bei den meisten anderen sommerblühenden Kletterpflanzen einschließlich z.B. auch Kletterrosen am besten bei Austriebsbeginn im zeitigen Frühling, Anfang Februar bis März: Wenn sie ihre Größe behalten soll, radikal alle von den Haupttrieben abgehenden Seitentriebe (Blütentriebe) vollständig direkt am Ansatz zurückschneiden, um möglichst viele und kräftige neue Blütentriebe zu erhalten. Wenn sie nicht so hoch werden soll oder zum Verjüngen kann man auch die ganze Pflanze kräftig herunterschneiden, sie verträgt jeden Schnitt. In diesem Fall wie Halbsträucher auf etwa 1/3 zurückschneiden, siehe auch Halbsträucher schneiden, oder auch tiefer bis in Bodennähe "auf den Stock setzen". Bei Platzmangel kann man sie auch schon beim Einräumen im Herbst schneiden.

Radikalschnitt im Frühjahr:
So früh wie möglich schneiden, je später, desto später blüht sie. Ohne Rückschnitt wird sie blühfaul, da vor allem die frischen Triebe blühen.

Rankhilfe:
Anfangs wächst eine neu gekaufte Dipladenia 'Sundaville Red' oft gedrungen und klettert nicht, da sie mit einem Stauchmittel behandelt wurde. Später benötigt sie ein stabiles Rankgitter, Höhe je nachdem wie weit man sie klettern lassen will, meist um 1 bis 2 Meter hoch.

Beim Schneiden unbedingt Handschuhe tragen, der austretende Milchsaft kann zu Hautreizungen führen.

Vermehren:

Sorten der Mandevilla 'Sundaville' Serie sind warenrechtlich geschützte Züchtungen, ihre Vermehrung ist verboten.

Überwintern:

Wer eine Dipladenia (Sundaville) überwintern möchte, sollte dafür sorgen, dass die Pflanze rechtzeitig vor dem ersten Frost aus dem Freien in einen Wintergarten oder die Wohnung geholt wird. Die Pflanze ist in keinem Fall frostresistent, schon geringe Frosttemperaturen können dieser besonderen Pflanze großen Schaden zufügen, sobald die Temperatur nachts unter ca. 8 Grad C sinkt einräumen und nicht vor den Eisheiligen (Mitte Mai) wieder ausräumen. Am besten kann man die Dipladenia (Sundaville) überwintern, indem man sie in einem hellen und nicht zu warmen Umfeld bei ca. 10 - 15 Grad Celsius unterbringt. Dunkelheit vertragen diese Pflanzen nicht, sie bekommen dann mit den Geiltrieben viele unerwünschte Triebe; eine Überwinterung im Keller oder in einem Dunklen Hausflur ist daher nicht zu empfehlen. Bevor man die Pflanze wieder ins Freie stellt, sollte die Temperatur um gut 2 -3 Grad Celsius erhöht werden, um das Wachstum und die Blütenbildung anzuregen.

Überwinterung am besten im hellen Wintergarten bei 10-15 Grad, dann blüht sie mitunter bis weit in den Winter. Eine Ruhephase ist jedoch sehr wichtig: Zu warme Überwinterung (sowie fehlender Rückschnitt) kann bewirken, dass die Pflanzen blühfaul werden bzw. im folgenden Sommer gar nicht blühen, auch wenn sie diesbezüglich normalerweise nicht ganz so empfindlich sind wie zum Beispiel Agapanthus, Schmucklilie. Während der Ruheperiode im Herbst und Winter sehr wenig gießen, nur nicht völlig austrocknen lassen, nicht düngen. Hohe Luftfeuchtigkeit erforderlich, daher Überwinterungsraum bei frostfreiem Wetter öfter kurz lüften.

Frühling:
So früh wie möglich im Februar wieder hell und warm stellen, am besten an ein Südfenster in die volle Sonne, damit sie auch möglichst früh wieder blüht. Sobald sich neuer Austrieb zeigt, wieder düngen und etwas mehr gießen, jedoch nur so mäßig wie nötig, sonst bilden sich mitunter mehr Blätter und neue Triebe als Blüten. An trübem Tag ausräumen oder einige Tage in den Schatten stellen, um die Blätter abzuhärten, können sonst verbrennen.

Umtopfen:

Sobald der Topf zu stark durchwurzelt ist, etwa alle 2 Jahre, im Frühling in einen etwas größeren Topf umtopfen oder den Wurzelballen zurückschneiden und in frische Blumenerde im bisherigen Topf pflanzen.